Dieser Artikel steht in der Kategorie "Positionen" und gibt lediglich die Meinung des Verfassers, nicht unbedingt jedoch die der Piraten Hameln wieder.
Die Piratenpartei Deutschland beschäftigt sich derzeit intensiv mit einem Softwaresystem namens “LiquidFeedback”, das von ihren Mitgliedern Meinungsbilder per Internet einholen soll. Dabei sind auch Delegationen möglich, so dass die Teilnehmer ihre Stimme auf andere übertragen können. Die Benutzer müssen jedoch nicht ihren Klarnamen verwenden, sondern können auch ein Pseudonym angeben, unter dem sie in LiquidFeedback aktiv sein möchten.
Um das Abstimmverhalten der Piraten transparent zu gestalten, sinnvoll delegieren und gegebenenfalls Kandidaten für Parteiämter danach befragen zu können, sollen die Abstimmdetails dauerhaft gespeichert werden, so die Transparenzbefürworter. Die Datenschutzbefürworter hingegen bemängeln, dass sich Piraten bei ihrer Abstimmung überwacht fühlen und so ihr Abstimmverhalten anpassen könnten, da sie befürchten müssten, dass ihr Pseudonym über kurz oder lang eindeutig zugeordnet werden könne.
Aufgrund dieses Konfliktes ist nun ein heftiger Streit entbrannt, der zum Teil sehr emotional geführt wird. Eine Partei, die für informationelle Selbstbestimmung des Bürgers und zugleich für Transparenz in der Politik kämpft, muss offenbar eine Trennlinie ziehen, ab wann der Bürger, also das Parteimitglied, zum Politiker wird.
Diese Trennlinie definiert jedoch jeder für sich anders, und genau dort liegt das Problem.
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