Kandidat für: Kreistag (Wahlbereich VI) und Gemeinderat Coppenbrügge
Pirat seit: Juni 2009
Jahrgang: 1987
Wohnort: Diedersen, Coppenbrügge
Tätigkeit: Student; Sinologie & Politikwissenschaft – Universität Göttingen
Schwerpunkte: Bildung, Soziales, Infrastruktur
Mail: torben.friedrich (at) piraten-hameln.de
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Im ländlichen Raum des Flecken Coppenbrügge aufgewachsen, sehe ich für den Kreis Hameln-Pyrmont die Stärken in der Anbindung seiner Gemeinden an die größeren Städte und Ortschaften. Als junger Mensch erfährt man die selben Probleme wie ein älterer Mensch, durch die Einschränkung seiner Mobilität. Die freie Entfaltung und Teilnahme an kulturellen Freizeitangeboten, vom Schwimmbad bis zum Kinobesuch, aber auch die beruflichen Perspektiven sind nur durch eine besseren Anbindung an die Stadt Hameln zu gewährleisten.
Um auch für zukünftige Generationen die Attraktivität des Weserberglandes zu ermöglichen, ist nicht nur der Blickwinkel auf die Probleme des eintretenden demographischen Wandels zu legen, sondern auch wie man seine Symptome verhindern kann. Daher setze ich mich als Pirat für die Umsetzung eines besseren Kulturangebotes, einer fairen sozialen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und einer verbesserten Infrastruktur, die allen Altersbereichen dient und nicht nur für wenige Auserwählte ist, ein.
Gerade in ländlichen Gebieten sollte sich daher nicht an der großen Politik aus Berlin orientiert werden, sondern durch Zusammenarbeit und rationales Handeln über die eigentliche Parteipolitik hinaus entschieden werden.
Wir Piraten wollen Mitgestaltung und Teilhabe am politischen Prozess ermöglichen, die nicht am Wahlabend endet, sondern erst dann richtig beginnt.
Als junger Bürger habe ich nie die Hoffnung in die Politik verloren, sondern in die Art, wie sie ausgeführt wird. Ich bin in der Piratenpartei, weil der Name einer Partei keinerlei Auskunft über die Ziele und Vorhaben aussagt und Politiker nicht nach ihrem Parteibuch, sondern ihren Taten bemessen werden sollten.
Dafür bitte ich um Deine Unterstützung bei der Kommunalwahl im September 2011.
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Du kannst allen unseren Kandidaten Fragen stellen.
Schreibe ihnen einfach eine E-Mail oder stelle deine Frage direkt hier in den Kommentaren. Wir werden versuchen diese so schnell wie möglich zu beantworten.







Hallo Torben,
wie stehst du zu der geplanten IGS und alternativen Schulkonzepten allgemein?
@Erstwähler: Hallo Erstwähler, ich selber bin auf die KGS Salzhemmendorf gegangen und habe mich dort als Schüler sehr wohl gefühlt. Da ich vom Gymnasium auf die Realschule und dann wieder zum Gymnasium zurück gewechselt bin, konnte ich so immer mit meinen Schulfreunden im Kontakt bleiben, was von Vorteil war. Anfangs war dort auch der integrierte Ansatz, der leider immer mehr zurückgeschraubt wurde.
Ich persönlich denke, dass leistungsstarke Schüler unter einer IGS keine Nachteile haben und leistungsschwächere Schüler ihre Stärken besser in den Vordergrund stellen können.
Eine IGS ergänzt die Schullandschaft und ermöglicht es Eltern und Schülern sich für eine – meiner Ansicht nach – sozialere Schulvariante zu entscheiden. Die Angst einiger Eltern, ihre Kinder würden darunter vielleicht in einigen Fächern leiden ist nicht gegeben, da ja trotzdem eine Unterteilung statt findet und Lehrer wie Schüler in einer besser auf die Bedürfnisse des Schülers zugeschnittene Lernumgebung zurückgreifen können.
Ich persönlich würde meine eigenen Kinder – wenn ich welche hätte – auf eine IGS schicken. Wer dies nicht möchte, kann ja auf die anderen Schulalternativen zurückgreifen.
Was denkst Du?
Lieber Torben.
Wie willst du denn Nichtwähler zum wählen bringen?
Also mit welche Argumenten?
Und wieso sollte man die Piraten wählen?
@anne: Liebe Anne,
soll ich ehrlich sein? Ich weiss es nicht. Natürlich gibt es Argumente wählen zu gehen und natürlich versuche ich diese vor allem jungen Leuten nahe zu legen, doch glaub ich manchmal ich rede gegen eine Wand.
Viele Menschen sind so stark von der Politik enttäuscht, dass sie Sätze sagen wie “wählen ändert nichts” oder “Piraten wählen bringt nur solange was, bis ihr in der Verantwortung seid” und ich muss sagen, dass ich sie verstehe.
Politik ist altbacken, langweilig, voller Phrasen und für die meisten Menschen unverständlich geworden. Man verklausuliert die leichtesten Dinge und liefert immer mehr den Eindruck, dass die Meinung des Volkes egal wäre.
Das mag ich aber nicht wahr haben. Ich glaube der Großteil der Menschen die sich in der Politik engagieren können nicht anders. Ich merke es bei mir, ich neige dazu um den “heißen Brei” zu reden.
Darum:
- Mit mehr Mitbestimmung.
- Mit mehr Möglichkeiten, seine eigene Anliegen vorzutragen.
- Mit politischer Transparenz, also der Möglichkeit meiner Arbeit auf die Finger zu gucken.
- Mit mehr anecken und auch mal harten Worten, wenn sie sein müssen.
- Mit mehr Zusammenarbeit und keinem politischen Zirkus, wie er gerne in der Klatschpresse gezeigt wird.
Ich hatte beispielsweise vor, wenn ich in den Kreis- oder Gemeinderat gewählt werde, vor jeder vorher bekannten Abstimmung online zu fragen, wie die Bürger dazu stehen und dann nach der Mehrheitsentscheidung abzustimmen. Und wenn ich dies nicht tue, dann werde ich nachträglich begründen wieso ich so abgestimmt habe.
Natürlich benötigt dies einen Vertrauensvorschuss, doch schlimmstenfalls hat man mich oder die PIRATEN ja auch nur fünf Jahre mit wenig Einflussmöglichkeit an der Backe. Falls wir dann nicht durch Taten überzeugen konnten, dann haben wir unsere Chance vertan.
Aber mal die Frage an Dich: Was sollten die PIRATEN anders tun?
wie genau wollt ihr eure Ideen mit besseren DSL, besseren Nahverkehrsanbindungen, Tourismus etc. eigentlich umsetzen bzw. erreichen?
@Chris: Hallo Chris, bezüglich deiner Frage des Nahverkehrs hat Lars Reineke dort schon eine gute Antwort gegeben: http://0n3.de/29
DSL
Aktuell wird in der Gemeinde Coppenbrügge bereits ein “schnelleres” Internet verlegt, nämlich 16MB/s. Dies ist aber im Vergleich mit einigen Städten (Göttingen zum Beispiel 100MB/s) absurd. Internet ist heutzutage ein unabdingbarer Wirtschaftsfaktor, der Firmen dazu bringen kann, sich dort anzusiedeln, wo die beste Qualität geboten wird. Wenn verlegt wird, wieso dann nicht gleich richtig? Es würde nicht nur den Lebensstandard der Einwohner erhöhen, sondern die Region auch wirtschaftlich attraktiver gestalten.
Tourismus
Ehrlich gesagt bin ich der falsche Ansprechpartner bei Fragen zum Tourismus, was jedoch festzuhalten ist: Der Flecken Coppenbrügge wird nicht für junge Familien attraktiver, wenn man Wanderwege durch den Ith zieht. Ebenfalls erscheint es eigenartig, wenn manch einer meint, dass Wanderer, die die Wege benutzen, ein wirtschaftlicher Mehrwert für Coppenbrügge sind, obwohl diese an keiner Stelle mit den Orten in Berührung kommen. Es gibt einige interessante Orte die direkt in den Ortschaften liegen und so die regionalen Unternehmen wirklich von Besuchern profitieren könnten, wenn diese erschlossen und bekannter gemacht werden würden.
Allgemein ist festzuhalten, dass all unsere Punkte im Wahlprogramm natürlich auch nur Vorstellungen und Forderungen von unserer Seite sind. Wir können wenn überhaupt diese Punkte ins Gespräch bringen, da wir personell und auch wohl prozentual nach der Wahl nicht in einer Entscheidungsrolle landen werden, doch genau da liegt ja bei uns der Reiz:
- Wenn wir mit nur einem Kandidaten in den Gemeinderat, Stadtrat oder Kreistag einziehen kann dieser Sitz das “Zünglein an der Waage sein” und so Entscheidungscharakter bekommen. So können dann unsere Themen und Ideen ins Gespräch gebracht und der Politikstil hoffentlich ein bisschen verbessert werden.
Lieber Torben,
was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei?
@Alex: Da ich kein Freund von zyklische Kausalketten bin:
Das Ei von einer Spezies vor dem Huhn.
Das erste Leben war laut Evolutionstheorie kein Ei sondern lebende Zellen. Somit entstand Leben zuerst und bildete lebende Tiere die dann später Eier legten.
Die Evolution mit ihrer Biologie hat aber nur recht wenn deine Frage auch wirklich biologisch gemeint war und nur ab einen bestimmten Zeitpunkt, nämlich dann als die ersten eierlegenden Tiere auftauchten.
Wenn du es aber philosophisch möchtest: Das Huhn ist nur die Methode des Eies, neue Eier zu produzieren.
Paul Watzlawick ist da echt empfehlenswert.
Hallo Torben.
Da du ja Kandidat für unseren Flecken bist, denke ich du hast dich mit dem Thema Jugendarbeit bei uns auch mal angenommen . Meine Frage wäre nun, wie du zum Jugendarbeitskonzept bei uns im Flecken stehst, oder ob man etwas verändern könne ?! Wie siehst du die ganze Geschichte ?
Lieben Gruß
Daniel !
@Daniel: Hallo Daniel,
die Jugendarbeit im Flecken Coppenbrügge wird ja seit einiger Zeit von allen Seiten kritisch beäugt. Da es ein wirklich breites Thema (Jugendtreffs, Kultur-& Vereinsangebote, Jugendbeirat, Jugendpflege, etc.) ist versuche ich mal zu bündeln und meine eigene Erfahrung als “Jugendlicher” einzubringen und mich auf das Alter von 10 bis 18 zu beschränken:
- In Diedersen gab es nie einen Jugendtreff. Daher haben wir uns entweder an der Bushaltestelle, auf dem Spielplatz, am Badeteich oder bei jemanden zuhause getroffen. Da wir eine relativ kleine betroffene Gruppe waren, waren Anfragen bezüglich eines eigenen Jugendtreffs zum scheitern verurteilt, daher waren wir immer im öffentlichen Raum, was natürlich auch den ein oder anderen Einwohner gestört hat.
Anbindungen an bestehende Jugendtreffs (zum Beispiel Bisperode) wären mit dem Fahrrad zwar möglich gewesen, wurde aber nie in Anspruch genommen und nach Coppenbrügge waren (und sind) Busanbindungen kaum zu vernünftigen Zeiten vorhanden gewesen und somit viel auch Schwimmbad flach, wenn nicht gerade ein Elternteil bereit war uns zu fahren.
Als wir dann durch Roller oder 125er mobiler wurden, besuchten wir auch mal den Jugendtreff in Brünnighausen oder fuhren ins Südbad oder an den Bruchsee, da das Schwimmbad in Coppenbrügge da ja schon “uncool” gewesen ist. Kino gab und gibt es ja eh nur in Hameln und je älter man wird ist Hameln (oder Hannover) eh der einzige Anziehungspunkt der einen wirklich interessiert (Kneipen, Diskos, etc.).
Also ist die eigentliche Jugendarbeit nach meiner Ansicht in das Zeitfenster von 10-16 zu legen, da hier wohl die wenigsten wirklich mobil sind und hier noch überhaupt Interesse besteht an Aktivitäten.
In vielen Orten gibt es die “Auffangbecken” Sportverein & Jugendfeuerwehr, doch nicht alle fühlen sich dort wohl oder wollen sich dort überhaupt engagieren.
Daher muss meiner Meinung nach bei den Interessen der Jugendlichen angesetzt werden und versucht werden die Mobilität unter den einzelnen Dörfern zu erhöhen. Die meisten Jugendlichen in diesem Alter gehen entweder in Hameln oder in Salzhemmendorf zur Schule und ihr Freundeskreis verteilt sich über den gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont.
Das nicht auf jedem kleinen Dorf ein Jugendraum möglich ist, sehe ich jetzt ein. Ein Jugendraum ist auch nur dann attraktiv, wenn dort Dinge vorhanden sind, die einen wirklichen Anreiz bieten und nicht uralte Brettspiele und ausgemusterte PCs.
Wenn aber die Busanbindung (dazu gibt es hier bei Lars mehr: http://0n3.de/29) kostenlos und besser ausgebaut ist, kann man sich schnell dazu entscheiden, mal eben zum Schwimmbad zu fahren oder zum Freund in einem entfernten Ort, wo vielleicht auch ein Jugendtreff vorhanden ist.
Einen zentralen Jugendtreff in Coppenbrügge wie ihn Ute Fehn sich vorstellt, finde ich jedoch verkehrt. Nicht nur weil er von einer in meinen Augen fragwürdigen Stiftung getragen werden soll, sondern auch nicht den Ansprüchen aller Jugendlicher in den verschiedenen Orten im Flecken gerecht wird.
Das Internet hat uns die Chance gegeben, immer und überall mit unseren Freunden in Kontakt zu treten. Doch es ist schon sehr ärgerlich, wenn man auf Facebook erfährt, dass sich gerade mehrere Freunde in Brünnighausen treffen und man selber sitzt in Harderode fest.
Daher geht es in meinen Augen nur durch leichtere und kostengünstigere Mobilität, bessere und aktuellere Ausstattung in der Jugendarbeit und eine auf die Bedürfnisse der gerade “Jugendlichen” zugeschnittene Mitgestaltung.
Ich selber war Mitglied im Jugendbeirat Coppenbrügge und fand die Idee toll, dass Jugendliche so eine Chance auf Mitsprache bekommen. Nur ein Jugendbeirat benötigt Jugendliche die Zeit, Ausdauer und es toll finden im kleinen Rahmen Politik zu spielen, die dann aber auch Unterstützung aus der Politik erfahren müssen.
Auch hier sollte die von der Politik getragene Jugendarbeit mit der Zeit gehen und individueller auf die Bedürfnisse eingehen. Warum ist die Jugendarbeit nicht im Internet aktiv und versucht hier die Interessen der Jugendlichen in Veranstaltungen zu bündeln und so auch Mitsprache zu ermöglichen?
Du selber kennst doch den Ehrgeiz, den man verspührt, wenn man bei einem Jugendbeirat aktiv ist. Solche Dinge schlafen aber ein, wenn man nicht die nötige Rückendeckung erfährt.
Da aber die Politik für den Flecken Coppenbrügge/Salzhemmendorf jetzt sogar den Bringer einstellen möchte, wird auch die Beteiligung für Jugendliche und junggebliebene Erwachsene aus unserer Region reduziert, am Nachtleben in Hameln teilzunehmen.
Wie du merkst, habe ich wie auch die anderen kein Patentrezept. Fest steht, dass die Ideen und Wünsche der Jugendlichen in der Jugendarbeit aber stärker berücksichtigt werden müssen und mit unserer Idee des kostenlosen Nahverkehrs wären wir einer Lösung in meinen Augen wieder ein bisschen näher.
Moin, Torben!
Hab hier eine Hand voll Fragen für Dich:
- Was hälst Du für den wichtigsten Grund, die Stimme der Piratenpartei zu geben?
- Was macht Ihr anders als die etablierten Parteien?
- Wie würdest Du damit umgehen, wenn Dir jemand 10 Mio € anbietet, damit Du eine Entscheidung zu seinem Willen beeinflusst?
- Was ist Dir aus eurem Programm der wichtigste Punkt?
- Und mit wem könntest Du Dir eine Koalition vorstellen – mit wem überhaupt nicht?
@Christian: Hallo Christian,
Hier eine Hand voll Antworten für Dich:
- Was hälst Du für den wichtigsten Grund, die Stimme der Piratenpartei zu geben?
– Der andere Politikstil. Der ist in meinen Augen objektiver, kritischer, transparenter und basisdemokratischer.
(Was mich übrigens manchmal zur Weißglut bringt.)
- Was macht Ihr anders als die etablierten Parteien?
– Ebenfalls die Transparenz. Das man uns egal wie und wo auf die Finger schauen kann. Wir veröffentlichen Tagungsprotokolle, Kontobewegungen, Emailverkehr (Mailingliste), jeder kann an internen Veranstaltungen teilnehmen und wir sind somit sehr leicht zu kontrollieren. Bei uns kann also jeder jede Streiterei erleben, die sonst bei anderen Parteien hinter verschlossenen Türen passieren.
(Was mich übrigens manchmal zur Weißglut bringt.)
- Wie würdest Du damit umgehen, wenn Dir jemand 10 Mio € anbietet, damit Du eine Entscheidung zu seinem Willen beeinflusst?
– Gemeine Frage. Ich bin auch nur ein Mensch und 10 Millionen ist für mich eine sehr abstrakte und ungeheure Summe. Kann ich für mich aus der jetzigen Perspektive nicht beantworten. Biete sie mir an und wir sehen weiter.. Um aber solchen Tendenzen vorzubeugen, bin ich für die Durchsetzung der Initiative 108e (http://www.108e.de) und die Offenlegung aller Abstimmungen.
- Was ist Dir aus eurem Programm der wichtigste Punkt?
– Der mir wichtigste und in meinen Augen am leichtesten zu realisierende ist Punkt 7 (Politik): http://www.piraten-hameln.de/wahlprogramm#politik
- Und mit wem könntest Du Dir eine Koalition vorstellen – mit wem überhaupt nicht?
– Auf kommunaler Ebene fände ich übergroße Koalitionen sinnvoll, also Koalitionen, an der mehr Parteien beteiligt sind, als für eine Regierungsmehrheit benötigt werden. Parteien sind gerade in den kleinsten politischen Gremien eher problematisch als ein Vorteil.
Hier sind die Fragen und Antworten der Schülerinnen und Schüler der KGS in ungefährer Schriftform, wie ich sie auf der Podiumsdiskussion beantworten werde:
Allgemeine Fragen
Was hat Sie persönlich dazu bewegt, sich politisch zu engagieren?
Ich habe mich immer sozial engagiert und finde Politik eine sehr spannende Sache.. Andere können gut Geige spielen, sind sportlich oder spielen Schach. Das kann ich nicht.
Warum haben Sie sich für diese Partei entschieden?
Sie hat die Schwerpunkte die mich besonders interessieren. Bürgerbeteiligung, Bürgerrechte und Netzpolitik. Diese habe ich in meiner vorherigen Partei vermisst und die Mitglieder sind im Durchschnitt 30 Jahre alt, sind gut miteinander vernetzt und sehr kreativ.
Warum sind sie in der Kommunalpolitik aktiv?
Bisher war ich nicht in der Kommunalpolitik aktiv. Ich lebe aber hier vor Ort und finde es wichtig, dass hier auch jüngere Menschen Mitspracherechte erhalten. Mich interessieren als Politikwissenschaftstudent eher die bundespolitischen oder internationalen Themenfelder, doch Kommunalpolitik ist ein wichtiger Bestandteil, ohne den es nicht geht.
Welches Ziel haben Sie sich gesteckt?
Viele Nichtwähler zu mobilisieren. Mir ist letzlich sogar egal wen sie wählen, wichtig ist, dass sie sich vorher informieren und nicht entscheiden wie: “Oh, der sieht aber sympathisch aus!” “Guck mal der schenkt mir einen Kugelschreiber.” oder “Meine Familie hat die schon immer gewählt, dann wähle ich die auch.” Wenn ich es schaffe, Politik wieder für frustrierte interessant zu machen, dann wäre dies ein Wahlsieg.
Was möchten Sie den Jugendlichen persönlich mit auf den Weg geben? Ihr persönlicher Wahlaufruf?
Sich nicht zum Strategiewähler zu machen, sondern die Partei oder den Kandidaten zu wählen, wo man meint, dass sie einen am ehesten vertreten. Lieber die Stimme seinem Kandidaten geben aber Signale setzen wo viele Stimmen landen, als in der Masse untergehen. Das “kleinere Übel” ist trotzdem übel.
Politik für Jugendliche
Inwiefern würde es uns Jugendlichen etwas bringen gerade ihre Partei zu wählen?
Wir sind wohl die Partei, die sich am ehesten mit den Problemen der Jugendlichen auskennt. Wir drucken keine Emails aus, hatten in unserer Kindheit einen Gameboy und wissen, dass Computerspiele und Musik nicht aggressiv machen sondern Jugendkultur ist. Wir sind alle über Facebook, Skype oder Twitter zu erreichen, nutzen das Internet wie andere ihre Kugelschreiber und haben keine Angst vor neuen Dingen. Und wir sind die Partei, die am transparentesten ist und man kann uns immer über die Schulter schauen, bei uns ohne Mitgliedschaft mitarbeiten, man wird dazu aufgefordert Probleme zu benennen und muss nicht darum bitten, überhaupt mal Gehör zu bekommen.
Welche Ideen/Ziele haben Sie, die Region für uns Jugendliche attraktiv zu machen?
Ich bin zwar jung aber nicht so jung, dass ich weiß was ihr wollt. Ihr müsst uns sagen was eure Ideen und Ziele sind, damit die Region für jüngere attraktiv bleibt. Wir sind nur die Verwaltung, die dann Dinge umsetzen und nach euren Interessen erfüllen kann.
Welche Konzepte/Ziele gibt es zum demographischen Wandel?
Der Demographische Wandel ist Mumpitz. Es gibt nur Prioritäten. Will ich Politik für ältere Menschen machen, leben ältere Menschen dort wo ich Politik mache. Mache ich aber Politik für jüngere Menschen, junge Familien und Jugendliche, leben dort gerne diese Familien.
Politikverdrossenheit
Woher kommt das Gefühl unter uns Jugendlichen, dass wir ohnehin nicht ernst genommen werden?
Kommt daher, dass ihr nicht ernstgenommen werdet. Die junge Generation ist schließlich jung, unerfahren und hat eh keine Ahnung. Dass ihr euch besser im Internet auskennt, euren Eltern erklären müsst was Facebook ist und ihr mehr lernt und freiwillig lest als jede Generation vor euch wird da gern übersehen.
Warum treten in der Regel nur ältere Kandidaten an? Warum nehmen an dieser Veranstaltung keine jungen Politiker teil? Wo sind denn die weiblichen Kandidatinnen?
Weil jüngere Kandidaten keinen Platz in alten Parteien haben. Jede Partei die hier anwesend ist hat einen Kandidaten in meinem Alter auf ihrer Liste in den hinteren Rängen. Die hat man aber dort, damit jüngere Leute denken, dass die Partei ja jung ist. In Wirklichkeit lassen sich dort die jüngeren Kandidaten aber für die Wahl mobilisieren und wenn sie selber älter sind dürfen sie dann auch mal auf die vorderen Listenplätze. Zur Frauenfrage: Ich finde das Geschlecht nicht relevant für vernünftige Entscheidungen. Wenn jemand kompetent ist und sich für gleichberechtigte Politik einsetzt ist mir das Geschlecht des Kandidaten/der Kandidatin egal.
Warum haben wir das Gefühl, dass ohnehin nichts von dem passieren wird, was wir uns wünschen?
Weil ihr recht habt. Es ist Wahlkampf und da verspricht jeder das blaue vom Himmel. Selbst dieser Satz ist ja eine rhetorische Antwort um euch davon zu überzeugen, dass wir was anders machen. Letztlich kann man nur versuchen, jemanden sein Vertrauen zu schenken und während der gesamten Zeit darauf zu achten, ob diese Person oder Partei so handelt wie sie gesagt haben. Bürgerbeteiligung hört ja nicht am Wahltag für die nächsten Jahre auf, sondern fängt erst dann wirklich an.
Politiker sollen Vorbilder sein! Inwiefern könnten Sie für uns ein Vorbild sein?
Ich finde nicht, dass Politiker Vorbilder sein sollten. Politiker sind Menschen, die sich für Dinge einsetzen und ihre Versprechen halten oder nicht. Sportler sollten ja auch Vorbilder sein. Wenn ein Sportler aber dopt, ist ja nicht der gesamte Sport schlecht, sondern nur der eine Sportler. Menschen können Vorbilder sein. Und wen man sich als Vorbild nimmt, ist immer eine Frage nach seinen eigenen Interessen. Ich wäre schulisch gesehen zum Beispiel ein schlechtes Vorbild. Ich hatte selten Hausaufgaben, habe mich nicht an Authoritäten gehalten und habe zweimal die Schulform gewechselt, weil ich immer dass getan habe was mich interessiert und was ich für richtig hielt. Jetzt studiere ich Politik und lerne Chinesisch und bin darin gut, weil es mir Spaß macht und ich es für richtig halte. Wenn es darum geht seinen eigenen Weg zu gehen, wäre ich vielleicht ein Vorbild, das sollen aber andere beurteilen.
Wahlkampf
Auf den Wahlplakaten (z.B. von der CDU) liest man:“Wir haben viel erreicht!“ Was kann man darunter verstehen?
Kann ich nicht beantworten. Die SPD schreibt zum Beispiel ZUKUNFT groß. Ein schönes Wortspiel aber die Aussagekraft geht gegen null. In meinen Augen hat die Politik erreicht, dass nur noch 50% der Wähler zur Wahl gehen, es eine hohe Verschuldung gibt und an allen Ecken gespart werden muss, außer bei Prestigeobjekten und einmaligen Großveranstaltungen. Damit sich im Land was dreht, sollte man sich halt nicht von Wahlplakaten veräppeln lassen und frischen Wind in die Politik bringen. Das waren jetzt alles Wahlslogans der anderen Parteien. Fehnomenal oder? Der Name einer Partei sagt halt nichts über ihre Politik aus. Die Piratenpartei hätte sich auch die sozialdemokratische freiheitlich-christlich-islamische Ökopartei Deutschlands nennen können. Glaubwürdiger wird man durch solche Namen nicht, sondern durch Taten.
Warum wird man nur unmittelbar vor Wahlen mit Material und Informationen überhäuft? Man bekommt so das Gefühl, dass man nur für die Wahlen benutzt wird! Dann hört man 5 Jahre lang nichts mehr….
Weil es funktioniert. Die Gesichter auf den Plakaten brennen sich in die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger und die Slogans bleiben unbewusst hängen. Da ist es egal, dass wieder weniger Menschen zur Wahl gehen, hauptsache man wird von den verbliebenen gewählt. Ich muss gestehen wir haben auch Merchandising aber verteilen lieber Wahlprogramme oder Flyer mit Inhalt, da uns kaum einer kennt und wir überhaupt erstmal Aufmerksamkeit generieren müssen. Wir verzichten aber bewusst auf Erstwähleranschreiben, da diese uns wohl größtenteils eh kennen und wir die Daten die dafür benötigt werden nicht bei der Verwaltung erkaufen möchten. Gegen diese Art der Werbung kann man sich aber wehren, in dem man beim Bürgeramt ein Widerspruchsrecht zur Verwendung der eigenen Adresse, Alter und Namen abgibt. Dann hört man ein Jahr lang nichts mehr.
verschiedene Politikfelder
Ein gemeindeübergreifendes Problem ist für uns Jugendliche oft die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Welche Konzepte zur Mobilität gibt es?
Kostenloser ÖPNV, siehe hier: http://0n3.de/29
Wie stehen Sie zur Atompolitik? Was ist für sie die Energiequelle der Zukunft?
Im Parteiprogramm gegen Atompolitik und fossile Energien. Insgesamt geht es uns eher um Nachhaltigkeit und autarke Energieversorgung, also Strom in Bürgerhand und Versorgung vor Ort.
Wie kann man Ausländer besser integrieren? Vermeiden von sozialen Ghettos?
Falsche Frage.. Wie kann man besser lernen mit fremden Dingen umzugehen? Jugendliche zum Beispiel fühlen sich falsch verstanden und sind sauer wenn die Eltern sie besser in die Familie “integrieren” möchten. Frau Künast, die Bürgermeisterkandidatin der Grünen in Berlin möchte zum Beispiel die Mitglieder der Piratenpartei wieder resozialisieren, da wir auch politisch andere Ansätze für richtig halten und sie Sorge hat, dass wir ihnen Stimmen wegnehmen. Ein Piercing oder ein Kopftuch, eine andere Sprache oder ein anderer Glaube sind Dinge die man respektieren muss. Man muss aufeinander zugehen, die positiven Dinge finden und voneinander lernen. Ich sehe mich als Mensch und möchte mich individuell entfalten können. Nur so ist unsere Kultur entstanden und nur so finden wir Gemeinsamkeiten. Natürlich sind soziale Brennpunkte zu entschärfen, man schafft aber mehr Angst, Wut und Frustration, wenn man anderen Menschen die eigene Meinung aufzwingt und sie nicht als gleichberechtigt ansieht.
Zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde gehört die Bildung: Welche konkreten Ziele haben Sie dazu in ihrer Partei?
Bildungspolitik ist Ländersache. Die Gemeinden können nur Einfluss auf Einrichtung der Schulen und Ausrichtung in der individuellen Bildung ermöglichen. Was wir auf Länderebene aber ablehnen sind Studiengebühren, veraltete Urheberrechte, die Menschen den Zugang zur Nutzung von patentierten, aber vom Staat finanzierten, Forschungsprojekten verwehren und die Individualförderung durch Schulkonzepte wie die IGS und Inklusion, also die Teilhabe vieler verschiedener Menschen um gemeinsam voneinander zu lernen. Als ich noch an die KGS ging, waren viel mehr Fächer schulformübergreifend. So habe ich gelernt, dass ich zwar gut in Sozialwissenschaften, aber dafür viel schlechter als ein Hauptschüler in technischen Dingen gewesen bin.
Wie findest du die Erneuerung des Dorfes in Coppenbrügge, sprich enorme Schulden aufzunehmen um das Dorf schöner zu machen (Leaderprojekt, Schwimmbaderneuerung). Außerdem geht es mir extrem auf die Nerven, dass die Öffis nach der 8. Stunden (Hameln) einen komplett irsinnigen Fahrplan gemacht haben. Man kommt erste eine 3/4 Stunde später in den Bus, was kann man da machen?
Hallo Jasper,
ich finde es wichtig in Projekte zu investieren, die helfen, die Gemeinde auf längere Sicht attraktiver zu gestalten. Ob nun das Leader-Projekt oder die Schwimmbadsanierung dazugehören, lässt sich streiten. Viel wichtiger ist in Erfahrung zu bringen, ob und wie die Bürgerinnen und Bürger es besser gefunden hätten.
Bei einem Fehlbedarf von 854.400 Euro und dem Eigenanteil von 550.000 Euro für die Beckensanierung in Coppenbrügge finde ich es persönlich fraglich, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, auf die Aussenbeckensanierung zu verzichten und das Schwimmbad zu einem reinen Hallenbad umzustrukturieren. Das Hallenbad deckt die Grundversorgung für Schulen und die Einwohner und bei einer besseren Anbindung an umliegende Schwimmbäder (Südbad, Naturbad Lauenstein) wäre auch die Freizeitgestaltung gesichert.
Wenn das Leaderprojekt durch ergänzende Angebote auch für jüngere Menschen attraktiv gestaltet wird (Zum Beispiel Beteiligung am Geocaching mit der Möglichkeit sich Navigationsgeräte bei der Gemeinde auszuleihen) finde ich eine solche relativ “geringe” (Der Eigenanteil liegt bei cirka 25.000 Euro im Jahr 2011) Investition sinnvoll.
Bei deinem Bus-Problem muss ich dir ehrlich sagen, dass ich keine Lösung kenne. Eine Umstrukturierung des Fahrplans ist zwar möglich, warum aber nun genau dieser Bus so fährt, ob es vielleicht mit einer relativ wenig benutzten Route zu tun hat oder andere Beweggründe hat, da müsste ich mich erst erkundigen.
Wie mit vielen Dingen ist es leider auch in diesen Fällen so, dass ich durch Mangel an Material, nur Zahlen und Fakten nennen kann, die öffentlich zugänglich sind und wir deswegen bisher bei vielen Themenkomplexen bisher nicht den Ein- und Durchblick haben.
Eine Frage noch: Für was genau soll der Name Piratenpartei stehen? Er ist nunmal sehr außergewöhnlich!
Viele Politiker nannten Menschen weltweit, die Dinge im Netz kopieren “Raubkopierer” oder wenn man Dinge kopiert “Produktpiraterie”. In Schweden hat sich dann um die Internetseite thepiratebay.com eine Partei gegründet, die Piratpartiet. Naja und wie es so mit Dingen aus dem Internet ist, hat sich der Name ziemlich schnell verbreitet, überall sind weltweit Pirate Partys, Piratenparteien, Korsan Partisis und soweiter gegründet um auszudrücken: Ja, wir sind Piraten.
PIRATEN ist also ursprünglich ein Begriff unserer politischen Gegner gewesen und wir verändern ihn nun in etwas positives, genauso wie es mit dem Wort “toll” (Herkunft ist irre, verrückt) passiert ist.
Wir finden, der Name einer Partei sagt nichts über die Ziele aus und ist unwichtig. Wir hätten uns ja auch die “sozial-ökologische-christlich-muslimische Freiheitspartei Deutschland” nennen können, aber das klingt nicht nur albern, sondern regt auch nicht so zum informieren an.
Nur weil ein S, C, F, oder D im Namen vorkommt, heisst es ja noch lange nicht, dass sich die Partei auch dafür einsetzt..
(Kurzer Funfact am Rande: Musste zwei Mädchen im Bekanntenkreis erklären, warum man denn nun auch die Piraten wählen kann und nicht die Prinzessinnen, dass fanden sie unfair…)
du hast bei der Schule gesagt du warst in der SPD. Warum bist du da nicht mehr? Und wieso soll ich glauben, dass du ernst meinst was du gesagt hast? Die anderen haben nicht so geredet aber auch wenns langweilich war haben sie ja mehr ahnung als wie du?l
Hallo Sophie,
ich bin 2009 aus der SPD ausgetreten, weil ich zu diesem Zeitpunkt sehr enttäuscht wurde. Ich habe damals einen Offenen Brief geschrieben, den du sehr oft im Netz finden kannst: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/06/18/trete-ich-aus-der-spd-aus/
Mit dem “ernst meinen” und “Ahnung haben” ist es so eine Sache für sich. Alles was ich gesagt habe, meinte ich auch ernst. Ahnung habe ich aber, wie ja auch gesagt, bisher von der Kommunalpolitik wenig. Ich kenne nur die Zahlen und Informationen, die jeder erhalten kann. Aber da habe ich mich eingearbeitet und kann “mitreden”. Dass heißt, ich habe nur davon Ahnung.
Aber du kannst mir glauben, dass ich mir nicht zu fein bin, auch mal zu sagen, dass ich davon nichts weiss. Ich sehe es momentan eher so:
Ich bin der mit den Fragen,
Ihr seid die mit den Antworten.
Und ich kann derjenige sein, der eure Antworten im Gemeinderat und Kreistag vertritt.
Und alles wovon man nichts weiss, dass kann man sich aneignen.